Das Unimog- Museum stellt im Rahmen seiner Sonderschau "Der Unimog als Fernreisefahrzeug" meinen Unimog aus. Mein Unimog steht nun in Gaggenau und kommt am Montag für drei Wochen in das Museum.
Bei strömenden Regen überführten wir gestern den Mog nach Gaggenau. Back to the Roots. Im Werk Gaggenau wurden früher die Unimog's produziert. Heute Mittag wagten wir die Heimfahrt mit der Eisenbahn.
Waren meine Reisen nach Afrika eher ereignisarm, so war die Zugfahrt zurück nach Kolitzheim das pure Abenteuer für schlappe Euro 120,- Das nenne ich preiswerter Aktivurlaub.
Fünf Mal Umsteigen mit knappen Zeitfenstern. Das begann schon mit 7 Minuten Verspätung der S-Bahn von Bad Rotenfels nach Rastatt. Wir hetzten also durch die Unterführung von Gleis 6 nach Gleis 5 zur Anschluss- S-Bahn Rastatt- Karlsruhe. Solche Spurts sind nichts für frische Herzpatienten. Wir schafften es hart am Kreislaufkollaps.
Die 15 Minuten Fahrzeit reichten, um einigermaßen zu Luft zu kommen. Und schon spurteten wir wieder am Hauptbahnhof Karlsruhe zum ICE nach Frankfurt. Das Zeitfenster nach Plan war durch die Verspätung der S- Bahn schon wieder auf 2 Minuten geschrumpft. Karl hätte heute keine Ruhe in Karlsruhe. Dieser Spurt klappte schon ohne Kreislaufattake. Dieser ICE hatte die Fahrgäste eines liegengebliebenen ICE zusätzlich an Bord. Wir brauchten bis kurz vor Frankfurt, um uns zu unseren reservierten Sitzplätzen durch die Menschenmassen im Zug zu kämpfen. In Hauptbahnhof Frankfurt hatten wir alle Zeit der Welt, etwa 5 Minuten zum ICE nach Würzburg. Von Gleis 7 nach Gleis 3 war das der reine Spaziergang.
Im ICE nach Würzburg hatten wir die erste entspannte Stunde. Es kam sogar ein Stuart, der uns Kaffee servierte, für ? 3,50 natürlich. Der Fahrkartenkontrolleur fünf Minuten später ignorierte meinen dummen Kommentar, ob er den Kuchen zum Kaffee bringe. Mit eisigem Schweigen stanzte er sein Loch in unseren Fahrschein. In Würzburg Hauptbahnhof angekommen wurde es schon wieder hektisch beim Spurt von Gleis 5 nach Gleis 9 zum Regional Express nach Schweinfurt. Dort gab es zur Verwirrung der Fahrgäste Gleis A und Gleis B. Das erinnerte mich stark an Harry Potter mit Gleis 9 ¾. Der tiefere Sinn blieb uns aus Zeitnot verborgen.
Im Regional-Express musste ich mal. Nach einem Blick in die Toilette bekam ich Darmversagen und Harnleiterverschluss. Nicht für kleine Hasenherzen. Im Zug roch es nach Erbrochenem und der Müll lag reichlich am Boden verstreut. Lecker fand ich das. Nach einer halben Stunde wurden wir erlöst durch die Ankunft in Schweinfurt Hauptbahnhof. Der Busbahnhof für die letzte Etappe nach Kolitzheim befand sich auf dem Bahnhofsvorplatz. Dort pfiff uns ein kalter Wind um unsere vom milden Badener Klima verwöhnten Ohren. Jetzt wo wir nicht warten wollten, hatte der Bus natürlich Verspätung. Nach einer rappeligen Fahrt in einem Mercedes-Bus in erbärmlichen Zustand erreichten wir nach fünf Stunden Abenteuer und Nervenkitzel erschöpft das heimatliche Kolitzheim. El Hamdulillah, Allah war uns mal wieder gnädig.
