Die Ereignisse um die Jahreswende und im Frühjahr 2011 waren so vielfältig und zahlreich, dass ich keine Zeit mehr gefunden habe, meine Alltagsgeschichten zu schreiben. Das will ich versuchen, etwas nach zu holen.
Der Jahreswechsel war dominiert durch unsere Tour über die Feiertage in die ägyptische Wüste. Objektiv betrachtet war es der blanke Wahnsinn, für zwei Wochen Wüste auf dem Landweg nach Ägypten zu fahren und wieder zurück. Meine Frau Petra und unsere Jüngste kamen mit dem Flieger in den Weihnachtsferien.
Das kostete den Rest unserer Kairoer Ersparnisse und war auch sonst eine Tortur für den Unimog und den Eigner.
In der Rückschau, bei der man immer schlauer ist, als vorher, war es für meine Frau und vor Allem mich ein bewusstes Abschiednehmen von Kairo. Diesen Abschied haben wir im Sommer 2010 bei unserem Aufbruch nach München nicht geschafft.
Klar, dass hätte man billiger haben können. Dafür war diese Tour in die Wüste einer der schönsten Touren unserer ganzen ägyptischen Zeit.
Es wird immer eine gewisse Wehmut bleiben beim Erinnern an die Kairoer Zeit. Es sind aber die Fakten, die das Leben in Kairo zum gesundheitlichen Risiko machen, ebenso präsent. Kurzum, der mentale Abschied und die Trauerarbeit darüber ist getan und wir können uns einigermaßen unbelastet neuen Zeiten öffnen.
Ganz unbeschadet ging die Zeit nicht an uns vorbei. Meine Töchter und ich haben leider etwas Schaden genommen an den Lungen.
Die Rückfahrt von Ägypten im Januar entwickelte sich zum besonderen Abenteuer, da ich zielgenau in die Unruhen in Tunesien geriet .
Keine vier Wochen wieder im Lande, streckte mich ein Herzinfarkt mit Herzstillstand überraschend nieder. Der dominiert seit 27. Februar 2011 mein Leben.
Mit dem Infarkt war es leider nicht erledigt. Es folgten einige Komplikationen, wie Vorkammerflattern und Lungenödem, die mich seit her in Atem halten. Oder besser den Atem erschweren.
Zu Zeit schaut es ganz gut aus und ich hoffe, dass ich nun über den Berg bin.
Petra beendet bald ihr erstes Schuljahr am Gymnasium in Gaibach und wir hoffen auf eine Vertragsverlängerung ihres Einjahresvertrags. Mit den Jahresverträgen ist eine mittelfristige Lebensplanung praktisch nicht möglich und behindert mich sehr mit Entscheidungen über den Werkstattumzug und meine berufliche Zukunft.
Große Umbrüche im Leben gehen auch an Familien nicht spurlos vorüber. Unsere Kinder sind in einem Alter, dass sie weitgehend eigene Wege gehen lässt und die Eltern müssen neue Wege finden, um die Ehe weiter gedeihen zu lassen. Große Aufgaben neben dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags.
Inshallah und Allah sei uns gnädig.