Wie wir inzwischen wissen, ist Kairo überall. Die arabische Mentalität ist in vielen Bereichen erstaunlich ähnlich der Deutschen.
Selbst eine Pyramide habe ich in Kolitzheim neulich entdeckt. Vielleicht musste hier ein glückloser Pharao ins Exil. Tut Ench Frange oder so ähnlich ;-)
Der Titanenkampf mit der deutschen Bürokratie läuft auf vollen Touren. Es ist unglaublich, wie viele neue Hindernisse es seit unserem Weggang 2008 inzwischen in Deutschland gibt. Von der gelben Plastiktonne, die nicht lieferbar ist, über die ungenügende Internetversorgung bis zur arabischen Übersetzung meines neuen Reisepasses. Die Auflistung kann ich inzwischen beliebig fortsetzen.
Es wurmte mich schon beträchtlich, dass für die Erstellung eines Reisepasses in geheimdienstlicher Manier meine Fingerabdrücke genommen werden. Von dem unglaublichen Preis von 82,- Euro für den Reisepass mit 48 Seiten, den jeder pfiffige Ganove mit einem Transponderscanner lesen kann, wenn man zu nahe an ihm vorbei geht, wollen wir gar nicht reden. Dass ich für den Übersetzungsstempel, den der arabische Übersetzer im Pass vorfinden muss, nach Nürnberg oder München persönlich fahren muss, ist schon der Gipfel der Inkompetenz.
In Kairo waren die bürokratischen Hürden auch nicht mehr. Allerdings hatten wir dort einen Behördenbeauftragten von der Schule, der alle Verwaltungsakte regelte. Denn in Sachen Dienstleistung unterscheiden sich die Länder beträchtlich.
Bei Aldi Süd versuche ich chancenlos, das Gekaufte mit der gleichen Geschwindigkeit wieder in den Einkaufswagen zu packen, wie die Kassenkraft den Krempel einscannt.
In Kairo stehen immer einige Angestellte des Supermarktes um die Kassen herum. Sofort packt einer den Einkauf auf das Transportband der Kasse und danach packen zwei bis drei Jungs den Einkauf in Plastiktüten. Dass die Pomeranze hinter der Kasse nur auf etwa 20% des Durchsatzes einer Aldi- Kassenkraft kommt, macht die Sache stressfrei. Home delivery ist selbstverständlich und kostenlos.
Richtig schwer tun wir uns mit dem Wetter. Wenn ich gerade zum Fenster raus schaue, sehe ich Schneetreiben und der Blick auf das Außenthermometer zeigt 2°C.
Von der Unterfränkischen Trockenplatte haben wir noch nicht viel gemerkt.
Was ich wirklich positiv erlebe, ist die Hilfsbereitschaft der Unterfranken. Wenn ein echtes Problem besteht, wie kürzlich das Planschleifen meines Abgaskrümmers vom Unimog, nimmt sich jeder Zeit und hat einen Tipp. Es dauerte keine Stunde und fünf Anfragen, bis ich die richtige Firma für diesen Job in Würzburg gefunden hatte.
Weil es die Eltern schon wieder nach Kairo zieht und beruflich noch etwas zu erledigen ist, sind wir über die Weihnachtsfeiertage in Ägypten. Natürlich wird das mit einer Tour in die Wüste verknüpft. Ich fahre den Unimog nach Ägypten und Petra und die Jüngste fliegen am Heiligen Abend.
Das Auto warten und ausrüsten macht bei Schneetreiben und +2°C nicht so richtig Spaß. Mit klammen Fingern und durchnässt.
Das warme Klima Ägyptens ruft und ich höre und komme. ;-)