Erfahrungen und Eindrücke auf einer Reise durch die Türkei, Syrien und Jordanien

Folgender Bericht über meine Eindrücke und Erfahrungen ist meine rein subjekive Sicht und Wahrnehmung und ist ausschließlich nur für mich, meine Familie und meine Freunde bestimmt. München, 23. September 2007

Im Schatten des Nahost- Konfliktes

 

Auf diese Reise habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen Eindruck von den dort lebenden Menschen zu bekommen, in der Hoffnung, die Aspekte des Nahostkonfliktes besser zu verstehen.

Einen Eindruck von den Menschen in dieser Region habe ich bekommen. Ich verstehe allerdings jetzt noch weniger, als vorher.

Die Reiseroute

 

Ich fahre mit den Kindern von München los. Mit der Autofähre kürzen wir den Weg von Ancona in Italien nach Cesme in der Türkei, nähe Izmir ab. Das ist teuer, aber besser als genervte Kinder durch zu viel Autofahren. Nach ewigen Wartezeiten an der türkischen Grenze fahren wir zügig nach Antalya. Dort lesen wir unsere Mama auf, die aus Zeitgründen mit dem Flugzeug kommt. Nun erst beginnt die Reise so richtig, wenn die Familie komplett ist.
Wir fahren gemütlich, aber ohne Aufenthalte an der türkischen Südküste Richtung Syrien, was unser primäres Reiseziel ist.
Die Grenze wechseln wir in ??? und fahren erst mal nach Aleppo. von dort über Hama zu der Römerstadt Palmyra. Weiter über Homs nach Damaskus. Mit einem Umweg zu den Golanhöhen mit Blick auf den See Genezaret wechseln wir die Grenze nach Jordanien und fahren nach Amman. Nun geht es zum toten Meer auf -400m. Dort flüchten wir vor der Hitze Richtung Petra, der Nabatäerstadt. anschließend fahren wir zum roten Meer nach Aqaba. Weiter geht es zum Wadi Rum. auf dem Dessert- Highway machen wir etwas Kilometer zurück nach Amman. Zurück in Syrien fahren wir über Damaskus, Homs und Hama nach Aleppo. Dann geht es zurück in die Türkei auf dem selben Weg wie bei der Hinfahrt. In Antalya setzen wir unsere Mama wieder in den Flieger nach München und ich fahre mit den Kindern gemütlich nach Cesme und mit der Fähre nach Ancona zurück.
Wir haben Unterwegs wenig Sehenwürdigkeiten ausgelassen. Darauf will ich hier nicht eingehen, das können Reisebuchautoren besser.

 

 

Befindlichkeiten

 

Von der Türkei hatte ich von meinen vier Indienreisen schon einen guten Eindruck im Gepäck. Abgesehen vom touristischen Wahnsinn an der Südküste hat sich an der Freundlichkeit der Türken nicht viel geändert und sie fahren noch immer so Auto, als wenn sie unbedingt schnell ins Paradis wollen.

Sehr gespannt waren wir auf Syrien. Die Reiseberichte sind sehr zwiespältig über das Land. so sind wir unvoreingenommen in das Land eingereist. Schon der Grenzübertritt war zeitraubend, aber sehr positiv im Umgang mit uns. Wir haben den westlichen Ausläufer der Achse des Bösen als sehr angenehm erfahren. Die Syrer sind ein Volk mit einem sehr zurückhaltenden Wesen. Stellt sich ein persönlicher Kontakt ein, sind sie ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Es gab keinen einzigen Fall von Aufdringlichkeit oder Belästigung. Im innerstädtischen Caos von Aleppo und Damaskus fühlte ich mich zuhause, da die Syrer zwar caotisch, aber mit Rücksicht fahren. Anstrengend ist es allemal.
Von Militär oder Polizei war so gut wie Nichts zu sehen im Land. Was nichts daran ändert, dass die Bath- Partei des Konigs mit totalitären Methoden jede Opposition im Land unterdrückt und verfolgt.
Unsere absolute Lieblingsstadt auf dieser Reise war Damaskus. Diese Stadt trägt mit Recht den Ehrentitel ?Perle des Orients?.
Es ist die Lebensart der dort lebenden Menschen und die Ausstrahlung, die diese Stadt zu einem so angenehmen Ort machen. Wir waren nicht das letzte Mal in Damaskus. Wir kommen wieder.
Weniger gut gefiel es uns in Jordanien. Nach dem zehnten ?Wellcome to Jordan? innerhalb einer halben Stunde entlarvt sich sowas als wertlose Floskel. Viele Jordanier empfanden wir als aufdringlich und letztendlich nur an unseren Euros interessiert.
Die werden dem Touristen auch in großer Menge bei jeder Gelegenheit abgenommen. Natürlich hatten wir auch in Jordanien sehr positive Kontakte. Aber das Wohlbefinden, wie in Syrien wollte sich nicht einstellen.
Amman ist ein Molloch. Braun die Erde wie die Häuser, laut, schmutzig und im Straßenverkehr Caos durch fahrerisches Unvermögen. Kein Spassfaktor, wie in Damaskus.
Im ganzen Land ist eine sehr hohe Militär- Präsenz. Die Kontrollen und Kontakte mit dem Militär waren eher von Unfreundlichkeit bis Feindseligkeit geprägt.
Es war uns leider nicht möglich, die Jordanier von den Palästinensern zu unterscheiden. Der einzige Ort, der uns gefallen hat, war Aqaba. dort war ein Hauch von Ruhe und arabischer Gelassenheit. Letztere vermissten wir im ganzen Rest von Jordanien.
Sehr unangenehm viel vor Allem Petra das völlig überzogene Macho- Gehabe vieler Jordanier auf und eine unverblümte, ständige Anmache seitens Petra.

 

 

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Das Böse ist immer und überall

 

Leider ging diese Reise auch nicht ohne böse Überraschung ab. In Syrien auf dem Weg nach Palmyra in karger Hügellandschaft musste ein Nachtplatz her, da es bereits dunkel wurde. die Gegend bot keinerlei Möglichkeit, sich zu verstecken. Den aus Sicherheitsgründen völlig unzureichenden Nachtplatz fand ich dann nach langem Suchen in einer windgeschützten Senke. Mit sicherem Griff hatte ich den Lagerplatz der örtlichen Hirten gewählt, die nach dem Einsetzen der Dunkelheit auch mit ihrer Herde anrückten.
Zuerst war Alles ganz freundlich. Begrüssung, Neugierde, Ziegenmilch.
Irgendwann gingen wir schlafen. Es ging ein starker Wind an der Grenze zum Sturm. Ich wachte in der Nacht auf, weil die schwankenden Bewegungen des Unimog nicht mit den Windböen übereinstimmten.
Beim Blick nach Draussen wurde auch schnell klar, dass sich die Hirten am Unimog zu Schaffen machten. Ich schlüpfte schnell in meine Klamotten und ging auf der Beifahrerseite raus.

Ein Hirte war auf das Fahrerhausdach geklettert und hatte den Zurrgurt einer meiner Alukisten zerschnitten und die Kiste schon halb ausgeräumt. Ein Hirte stand Schmiere, den sah ich aber nicht in der Dunkelheit. Durch die lauten Windgeräusche haben beide Hirten offenbar nicht mitbekommen, dass ich aus dem Aufbau raus bin. Ich brüllte den Hirten auf dem Dach in reinstem Bayrisch an. Dieser erschrak sehr. Der auf dem Dach sprang frei herunter, der Zweite stand etwa drei Meter vor dem Unimog, offensichtlich mit einer Pistole bewaffnet, und schoss im Affekt.
Er schoss offensichtlich und Allah sei Dank daneben. Ich habe das Projektil allerdings vom Luftdruck her auf Halshöhe gespürt. Darauf hin machten sich beide Hirten aus dem Staub. Ich startete den Motor, machte Flutlicht und sammelte darauf hin den Inhalt der Kiste ein und fuhr sofort mit hochgestelltem Schlafdach 30km weiter, um dann in der Nähe der Strasse den Rest der Nacht zu verbringen.
Mitbekommen hat es nur meine Frau und meine Älteste. Die zwei Kleinen pennten durch.
Bemerken möchte ich, dass es klar mein Fehler war. Wäre ich mit Licht und Getöse aus dem Aufbau raus gekommen, hätten sich die Hirten wahrscheinlich bei Zeiten verkrümelt. Durch den Überraschungseffekt ist die Affekthandlung erst entstanden. Ich habe allerdings auch nicht damit gerechnet, dass Hirten Handfeuerwaffen mitführen. Wir glauben, dass es irakische Flüchtlinge waren. Aber das ist reine Spekulation.
Wieder was dazu gelernt und in den wirklich wichtigen Dingen im Leben Glück gehabt. Inshallah.
Wir sind heute Nacht 1:00 Uhr zuhause angekommen. 800km am Stück von Ancona bis München sind im Unimog selbst für mich etwas ermüdend, auf meine alten Tage. Entsprechend schlapp bin ich heute.
Ein bisschen Kulturschock gibt es schon bei mir. Alles so grün und so ruhig, keiner hupt, jeder bleibt bei der roten Ampel stehen und kein Muezin singt um 5:00Uhr morgens.
Diese Reise war in jeder Hinsicht von extremen Eindrücken für mich geprägt.

 

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