In Kairo hatten wir einen UMTS-Stick von dem saudi-arabischen Provider Etisalat. Das war unser Not-Internet, wenn das DSL aus mannigfaltigen Gründen mal wieder nicht funktionierte. Abgesehen von dem Ärgernis, dass zu den Mobile-Stoßzeiten in Kairo nichts ging, weil der UMTS-Knoten völlig überlastet war, lief das Ding reibungslos. Ein schönes Design hat er auch noch.
Es war klar, dass eine unserer ersten Handlungen der Erwerb eines UMTS-Sticks in Deutschland sein wird, um den reibungslosen Internetzugang zu gewährleisten. Das war blauäugig von mir.
Ich marschierte also nichts Böses ahnend, in den Vodafonladen in unserem vertrauten PEP (Perlacher Einkaufspassagen). Die vertraglichen Optionen waren schnell geklärt und ich entschied mich für einen Prepaid-UMTS-Stick. Die Installation war gewöhnungsbedürftig und das tägliche Anmelde-Prozedere ist eine Zumutung. Aber immerhin, der Zugang zum Internet funktionierte und das ausreichend schnell. Als ich etwas auf die Homepage der DEO mit TYPO3 (Content Management System) stellen wollte, klappte die Registrierung nicht mit der Fehlermeldung, dass Passwort oder Name falsch seien. Ich probierte das Ganze auf meiner TYO3- Installation für die Unimurr-Seite mit der gleichen Fehlermeldung. Nach mehrmaligen Versuchen bei der Vodafon-Hotline um Klärung erfuhr ich: Ein UMTS-Stick von Vodafon auf Prepaid-Basis bietet nur eingeschränkten Zugang zum Internet. Das kann ich nur abwenden mit einem Vertrag.
Ziemlich sauer marschierte ich tags drauf wieder in das PEP zum Saturn-Hansa, der fast alle Anbieter in seinen Geschäftsräumen hat. Einer der Verkäufer schwatzte mir einen UMTS-Stick mit Flatrate und einem Datenvolumen von sagenhaften 5000MB pro Monat von Klarmobil auf. Der Vorteil sei, dass der Stick das D1- Netz der Telecom benutzt. Ich lies mich überreden mit der Gewissheit des zweiwöchigen Rückgaberechts. Zuhause installiert, klappte der Zugang zu den TYPO3-Seiten ohne Beanstandung. Allerding grottenlangsam. Der Grund, der der Stick arbeitet nur im GRPS- Modus. Das ist der Datenzugang des normalen Mobilenetzes. Ein vernünftiges Arbeiten ist damit nicht möglich. Die Hotline dieses Anbieters ist eine 0900- Nummer mit freundlichen Euro 2,65 pro angefangener Minute. Ein Chat des Anbieters erbrachte mir den Hinweis, mich bei technischen Problemen an den Stickhersteller zuwenden. Der deutsche Stickhersteller hat ebenfalls eine 0900- Nummer mit Euro 2,65 pro Minute. Morgen geht das Teil per Post zurück an Klarmobil. Also heute wieder ins PEP in den Telecom- Laden. Nach dem ich fast eine Stunde warten musste, Vergewisserte ich mich beim Stick der Telecom im Laden, dass die TYPO3- Seiten funktionieren. Beim Ausfüllen der Vertragsformulare scheiterte ich daran, dass ich die EC- Karte meines Kontos nicht dabei hatte. Denn Die Telecom verlangt die 12 Stellige Kartennummer. Die Bankverbindung, oder die Visacard sind keine Legitimation. Ich winkte dankend ab und verließ ziemlich erbost den Telecom-Laden. Im Internet hatte ich tags zuvor gelesen, dass O2 ein einmonatiges Rückgaberecht einräumt. Also weiter zu Saturn Hansa zum O2-Stand. Ich vergewisserte mich des Rückgaberechts und der Funktionalität des Sticks. Also schloss ich den dritten Vertrag innerhalb weniger Tage ab in der Hoffnung auf ein wenig Internet. Das Vertragsprozedere lief bei O2 problemlos und denen genügte auch meine Bankverbindung mit Kontonummer und Bankleitzahl. Bemerkenswerterweise bekam ich einen Einkaufsgutschein für sagenhafte Euro 300,- für Saturn Hansa.
Wieder zuhause lief die Installation wirklich schnell und Problemlos. Der Stick arbeitet im schnellen HSDPA/UMTS Modus und die Typo3-Seiten kann ich auch erreichen, el Hamdulillah.
Fazit: Wellcome to Germany, einen solchen Zinnober erlebt man in Kairo nicht, wenn man einen popeligen UMTS-Stick erwerben will.
Eben sitze ich vor meinem Rechner, es ist 21:50 Uhr, und es geht wieder nichts. Es scheint auch hier die UMTS-Zelle zu den Stoßzeiten überlastet zu sein. Ich fühle mich fast wie in Maadi/Ägypten.


