Nach fast drei Wochen München ist zumindest für mich der Unimurr- Alltag eingekehrt. Das heißt, ich bin viel unterwegs mit Besorgungen für die Werkstatt und hänge sonst den ganzen Tag in der Werkstatt rum und baue Unimurr- Produkte. Um was es sich dabei handelt, erspare ich den technisch unversierten Lesern. Nennen wir es Industrie-Kunst. ;-)
Wie immer in der Ferienzeit ist München eine einzige Baustelle und es ist überall Stau. Das nervt schon beträchtlich und das sind wir aus Kairo kommend nicht mehr gewohnt.
Zum Thema Straßenverkehr empfinde ich München ebenfalls anstrengend. Der Verkehrsfluss ist sehr zäh. Hauptsächlich durch einige "Oberlehrer", die akribisch jeder Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten. Und natürlich durch die Ampeln. Den Kairoer, ampelfreien Verkehr gewöhnt, muss ich da mich wohl sehr umorientieren. Das unsere Autofahrer ein Volk von Oberlehrern und Freude der Selbstjustiz im Straßenverkehr sind, fällt mir mit dem Abstand von zwei Jahren besonders auf. Der einzige, signifikante Vorteil in München ist, dass nicht ständig gehupt wird. Das ist für mich schon eine Labsal. Ansonsten wird sehr aggressiv und rücksichtslos gefahren, besonders bei einem Wetterumschwung, den wir in München ja ständig haben. Zum Verkehr schreibe ich noch eine separate Abhandlung.
Letztes Wochenende kamen die Möbel aus Kairo. Natürlich bei strömenden Regen. Nun ist die Werkstatt endgültig rappelvoll und ich kann mich kaum noch rühren. Wenn ich mir so unsere eingelagerten Hausstände betrachte, brauchen wir ein Haus mit mindestens 200m² Wohnfläche und mit großer Scheune. Wir haben versucht, die Anlieferung besonders lange hinaus zu zögern, in der Hoffnung, bei Ankunft des Containers schon eine Bleibe zu haben. Beide Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. In der Rückschau war die Containerverschiffung eine unsinnige Aktion. Alles in allem haben wir für den 20 Fuß- Container Euro 4500,- bezahlt. Dafür hätten wir den Inhalt locker in München kaufen können. Das nennt man Lehrgeld und das ist bei uns schnell abgebucht.
Allah sei Dank, haben wir unsere Dinge, die wir von Anfang an dringend brauchten, im Unimog, oder konkreter, auf dem Unimog mit nach München gebracht.
Wie sicher viele wissen, die mich kennen, bin ich ein überzeugter Alleine-Arbeiter und eine one man show aus Überzeugung. Fehlende Kraft oder zusätzliche Hände muss ich durch Hirn ersetzen. Also funktionierte das Abladen der Kisten vom Unimog- Dach eher unkonventionell. Die Kisten wogen zwischen 45kg und 65kg.
Petra hat eine mündliche Jobzusage an eine Schule in Volkach. Das liegt etwa 30km nord-östlich von Würzburg. Warum nicht mal Unterfranken. Zumindest die Landschaft ist schön.
Jetzt heißt es ein Gymnasium für die Kinder zu finden und dann eine Behausung für die Familie. Die Werkstatt muss natürlich auch in die Gegend.
Nun hoffen wir, dass uns Allah weiter gnädig ist und wir ein tolles Haus für wenig Euro finden, Inshallah.