Samstag, 13. September 2008 Kindergeburtstag

 

Heute war die Anni zu einem Kindergeburtstag einer deutschen Klassenkameradin eingeladen. Das Event sollte mit Grillen im Wadi Degla statt finden. Das Wadi Degla ist ein echtes Wadi östlich vom Stadtteil Maadi. An der auslaufenden Seite ist es mit einer Mauer vollständig verschlossen. Man kann dann etliche Kilometer auf einer miserablen Piste in das Wadi fahren, das dann irgendwann endet. Quasi Wüste light für den Kairo- Ausflügler. Man zahlt EL 5,- Eintritt und bekommt dafür das Wadi einigermaßen müllfrei geboten. Das Beste am Großwerden der Kinder ist der Wegfall von Kindergeburtstagen. ;-).

 

Sonntag, 14. September 2008 Unsere beiden Einkäufe im Super-Dupermarkt Carrefour

 

Hier in Kairo gibt es zwei der Super-Dupermärkte Carrefour. Das sind Megaeinkaufszentren von beeindruckender Größe. Dabei handelt es sich um unzählige Boutiquen und den Großmarkt Carrefour. Das ist so was wie Aldi und Tengelmann in Einem. Einen gibt es an der Dessertroad, das ist die Strasse von Alexandria nach Kairo und einen im Stadtteil Maadi im Süden von Kairo.

Den ersten dieser beiden Megastores an der Dessertroad besuchten wir vor zwei Wochen, klugerweise am Nachmittag vor dem Beginn des Ramadan. ;-) Wir erhofften uns die riesen Auswahl an leckeren Lebensmitteln und etwas Mobiliar. Die Kinder brauchen Arbeitstische und Stühle.

Die Hinfahrt gestaltete sich normal mit dem üblichen Chaos um die Nachmittagszeit. Über die Pyramidroad und die Dessertroad etwa 30km stadtauswärts.

Die erste Hürde hatten wir in Form einer Querlatte über der Parkplatzeinfahrt auf Höhe 2,5m. Mit dem Unimog und seinen 2,9m Höhe kein Durchkommen. So umkreisten wir den Carrefour solange, bis wir einen Stellplatz in der Nähe fanden. Der erschien mir aber keineswegs sicher, also erklärte sich Rosi bereit, im Auto zu warten. Petra, meine Wenigkeit und der Rest der Brut machen sich auf in die Konsumhölle. Nach dem Durchschreiten des Eingangsportals empfing uns eisige Kälte. Das Teil ist extrem klimatisiert. Ich schätze auf 18°C. Das ist hart bei 39°C Außentemperatur.

Nach ein wenig herumirren zwischen den Boutiquen fanden wir die schier endlose Reihe der Kassen des Carrefour- Marktes. Erfreulicherweise braucht man für den Einkaufswagen keinen Euro oder eine Marke, die ich in Deutschland natürlich nie parat habe.

So begaben wir uns voller Erwartung mit unserm etwas rollenlahmen Einkaufswagen in die Konsumhallen. Zuerst stießen wir auf die Elektroabteilung. Dort gibt es neben einer unglaublich großen Auswahl an Fernsehern auch zahlreiche Waschmaschinen, alle erdenklichen Elektro- Kleingeräte und die Computerecke.

Spülmaschinen sind rar. Es gab gerade mal zwei zur Auswahl. Die Computerregale sind massig bestückt in der Auswahl, aber vom Preisniveau etwa wie in D. Dann ging es weiter zu den Lebensmitteln.

Die schiere Menge der Lebensmittelregale und die Waren darin sind erdrückend. Ich stehe da völlig überfordert mit meinem Wagen davor und weiß nicht, wo ich zu suchen anfangen soll. Bei genauerer Betrachtung ist die Auswahl aber gar nicht groß. Es steht nur unglaublich viel Ware in den Regalen. Eine ägyptische Besonderheit ist, die verstellbaren Regalböden im Abstand so zu wählen, dass die Safttüte oder die Kartoffelbreipackung gerade saugend rein geht, aber nur noch mit Gewalt wieder heraus zu nehmen ist. Das ist wirklich in allen Läden zu beobachten. In die Kleiderabteilung haben wir uns an diesem Nachmittag nicht mehr getraut. Dort wuselten jede Menge Araberinnen mit ihrer landestypischen Drängelei und Rücksichtslosigkeit mit lautem Gezeterte durch die Gänge, die voll gepackt sind mit Hosen, Hemden, Kleidern und was es sonst noch alles an Textilien gibt. Absolut nervenzermürbend war eine viel zu laute Hintergrundmusik abseits unseres Harmonieverständnisses. Ich nehme mal an, das soll verkaufsfördernd wirken. Das ging bei mir nach hinten los.

Wir waren nach einer Stunde fix und fertig und verließen den Carrefour fluchtartig, ohne unsere Einkaufsliste fertig abgearbeitet zu haben.

Mit Pommes und Cola von McDonald stellten wir unser Wohlbefinden wieder leidlich her.

Zurück probierten wir die neue Shari 26th Judy aus. Das ist eine 8spurige Tangente von der Dessert Road auf der Höhe des Carrefour in das Zentrum von Kairo. Diese 25km legten wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9km/h zurück. Wenigstens war das Gedrängel durch den autobahnähnlichen Charakter der Strasse erträglich.

 

 

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Carefour, zweiter Versuch

 

Unser europäischer Sonntag ist hier in Kairo ein ganz normaler Arbeitstag. So beschlossen wir heute nach der Schule, den zweiten Carrefour im Stadtteil Maadi auszuprobieren. Den haben wir gestern zufällig gefunden, als wir uns wieder mal bei der Heimfahrt aus dem Wadi Degla gnadenlos verfahren haben. Auch hier machten wir im Wesentlichen die gleichen Erfahrungen, wie im Carrefour an der Dessertroad. Die Hintergrundmusik war hier noch etwas lauter. Auf den Parkplatz kamen wir hier nicht, weil die offene Stellfläche nur über einen überdachten Parkraum von 2,3m Höhe zu erreichen ist. Wir parkten einfach auf dem Taxistellplatz. Nach einiger Diskussion war das auch in Ordnung.

Es fällt uns auf, dass das Warenangebot an Lebensmitteln und Gemüse für europäische Gaumen eher spärlich ist. Vor Allem an Gemüse. In der kleinsten Oase in Algerien ist die Auswahl größer. Es gibt Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken, Tomaten und manchmal Karotten. Das war?s dann schon.

Wir haben Mühe, eine abwechslungsreiche Ernährung hin zu kriegen. Es fehlt uns auch die Zeit, uns mit dem Kochen zu beschäftigen.

Aber die Zeit und ihr Verrinnen in Kairo ist eine extra Geschichte.

Die absoluten Highlights bei den Murr?s:

Philadelphia Frischkäse, Frico Gouda und Edammer, Juhayna Rayeb, das ist ein Joghurtgetränk, getrocknete Aprikosen, alkoholfreies Becks Bier, Luxor Weißbier und die leckeren Konserven von Wadi Food.

Ganz besonders ohne die Käsefirma Frico wäre das Leben in Kairo ein ganzes Stück triester.

 

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