Dieses Weihnachten haben wir kurz entschlossen den Gabentisch mit einem Fährtiket nach Tunesien getauscht.
Die Reiseroute:
Zu Ostern 2007 wollten wir schon in das Sperrgebiet. Wegen einiger Missverständnisse mit dem von uns beauftragten Hotel in Tataouine zur Beschaffung der Genehmigung, hätten wir mindestens einen Tag Aufenthalt zur Erlangung selbiger Genehmigung gehabt. Wegen eines aufkommenden Sandsturms haben wir das Sperrgebiet dann abgeblasen und sind im nördlichen Teil des Erg Oriental unterwegs gewesen.
Über Weihnachten 2007 starteten wir einen zweiten Versuch mit dem Sperrgebiet, der überraschend reibungslos funktionierte.
Innerhalb einer Stunde nach Ankunft in Tataouine hatten wir unsere Genehmigung für das Sperrgebiet plus zehn Kopien in der Tasche. Dieser Luxus schlug mit TD 75,- zu Buche.
Also besuchten wir das Sperrgebiet in der oberen Hälfte. Bis in den Süden reicht die Zeit innerhalb der zwei Wochen nicht.
Während wir zu Ostern südlich des Chott el Sherid unterwegs waren, stöberten wir über Weihnachten in der nördlichen Hälfte des Sperrgebiets herum. Um das neue Jahr herum erfreuten wir und vor Allem über die unberührte Landschaft um den Erg El Jenein.
Auch auf dieser Reise hatten wir mit dem Wetter kein Glück. Zu Ostern suchte uns ein Sandsturm von 6 Tagen Länge heim und zu Weihnachten hatten wir Regen bis auf die letzten zwei Tage.
Bei so kurzen Reisen ist man vom Wetter leider sehr abhängig
In der in Bezug auf das Wetter erlauben die Schulferien in der wetterstabilen Zeit im Herbst leider keine Reisen in die Wüste.
Vor Allem die Regentagentage eröffneten bei den wenigen Sonnenstrahlen doch bemerkenswerte Fotomotive und einen prachtvollen Regenbogen.
Befindlichkeiten:
Wer zu den Ferienzeiten mit der Autofähre von Genua nach Tunesien übersetzen will, ist in Konkurrenz mit unzähligen, tunesischen Gastarbeitern aus Europa und mit unzähligen Möchtegern- Ralley- Fahrern um die raren Plätze auf dem Schiff.
Letztere machen die Überfahrt wenig angenehm.
Ist der Stress mit der Überfahrt und den Zollkontrollen überstanden, verläuft sich die Anhäufung von Offroadern gottseidank schnell in den Tunesischen Weiten.
Alles in Allem ist Tunesien inzwischen ein angenehmes Reiseland. Das war nicht immer so. In den Siebzigern und Achzigern gehörten steinewerfende Kinder und unverschämt kontrollierende Polizisten zu einer Durchquerung von Tunesien.
Vor Allem Militär und Polizisten sind heute ausgesprochen freundlich, dass der Kontakt bei Kontrollen ein angenehmes Erlebnis ist.
Die Bevölkerung ist grundsätzlich freundlich. Ein Stadt- Landgefälle ist stark ausgeprägt. Während in den Städten und den Touristenzentren der westliche Lebensstil Einzug gehalten hat mit allen positiven und negativen Aspekten, herrscht auf dem Land noch alte Tradition und unbedingte Gastfreundschaft.
Der Strassenverkehr ist arabisch. das heisst: Allah fährt mit und wenn Allah will, geht selbst das riskanteste Überholmanöver gut aus. Mitdenken für Alle ist also auch in Tunesien ein absolutes Muss.
Es ist wie überall in der Arabischen Hemisphäre. Der Privatmann fährt defensiv bis behindernd und der Bus oder Taxifahrer risikoreich bis unverantwortlich.
Inzwischen arabisiert sich mein Fahrstil zum Schrecken meiner Frau innerhalb weniger Minuten auf Taxifahrerniveau.
Da jeder auf den Anderen achtet und jeder konzentriert fährt, geht das erstaunlich gut und es kommt nur selten zu Karambolagen.
Allerdings ist eine Fahrt von 5 Stunden Überland erheblich anstrengender, als in europäischen Breiten.
Ich komme gut klar damit und habe meistens Spass am Fahren in Arabien.
Eine feste, unveränderte Grösse auf meinen Afrikareisen ist der Camping Jasmin in Nabeul. Zum ersten mal war er erste Anlaufstelle nach der Fähre für mich im Jahr 1978. Der Platz ist wunderschön mit Olivenbäumen und Orangenbäumen dicht bewachsen. Er gehört einem tunesisch/ deutschen Ehepaar und ist seit 30 Jahren praktisch unverändert.
Selbst der alte Platzwart arbeitet dort seit 30 Jahren und kennt uns inzwischen gut.
Ich hoffe, es bleibt ein stabiles Element in der sich schnell ändernden Welt.
Das Böse ist immer und überall:
Auf beiden Reisen Reisen gibt es zu diesem Thema nichts zu berichten. Es gab keinerlei schlechte Erfahrungen im Land.
Dass es sich um eine Staatsform mit der Unterdrückung jeglicher Opposition handelt, sollte nicht verschwiegen werden.
Dazu maße ich mir als Europäer aber kein Urteil an, da ich die magrebinische Sicht der Dinge nicht habe.
Zumindest habe ich den Eindruck, dass Kriminalität und fundamentalistisch begründete Straftaten selten bis nicht existent sind im Land.
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