Däumlingstr. Dienstag, 5. August 2008
Wir haben es geschafft. Abends haben wir die letzten Habseligkeiten unseres alten Hauses in der Däumlingstr. in den Berlingo gepackt und sind in die Unimurr- Werkstatt mit Unimog geflüchtet.
Wir haben es uns noch vorher beim Italiener gut munden lassen und uns für die Nacht vor der Werkstatt niedergelassen. Die Nacht war eher laut durch vorbeifahrende LKW. Ich glaube, dass wir aber eher des Stresses wegen schlecht geschlafen haben.
Däumlingstr. Mittwoch, 6. August 2008
Nach dem letzten Cappuccino aus unserer Kaffeemaschine und nach dem alles verstaut war, der Berlingo in der Werkstatt stand und diese verschlossen war, brachen wir endgültig in Richtung Ferschweiler auf.
In Ferschweiler findet das schon lange geplante Unimurr- Treffen statt.
Wissentlich der Tatsache, dass wir unsere Heimatstadt München eine Weile nicht mehr sehen werden, kam bei mir keine rechte Wehmut auf. Ich war mehr froh, den Wahnsinn des Auszugs hinter mir zu haben.
Seitens der Kinder gab es zu meinem Erstaunen wenig emotionale Regungen über unseren Weggang. Aber vielleicht kommt das erst später, wenn ihnen die Tragweite bewusst wird.
So bewegten wir uns mit relativ guter Stimmung in Richtung Autobahn und nach Ferschweiler.
Ferschweiler Donnerstag, 7. August 2008
Ich konnte ungestört meine Kilometer bis Ferschweiler abspulen. Wegen zahlreicher Steigungen auf dieser Route ging es gelegentlich etwas zäh bergauf. Das Leistungsdefizit des Unimi?s nervt schon manchmal.
Wir waren etwa gegen 16:30 in der Nähe von Ferschweiler. Da es noch früh am Nachmittag war, erledigten wir noch die Fahrt nach Luxemburg zum Tanken und Kaffee kaufen. Euro 1,199 kostete der Liter Diesel. Gegenüber Euro 1,459 in München eine deutliche Ersparnis bei zweihundert getankten Litern.
Am Platz in Ferschweiler angekommen, trafen wir auf eine gewaltig grosse Gruppe Jugendlicher, die dort ihr Camp abhielten und auf einen gestressten Platzwart Lichter.
Die Gruppe verschwindet bis morgen mittag, hoffentlich. Wir haben auf dem Nachbarplatz bis morgen Asyl genommen und ich hoffe auf eine ertraegliche Nacht in Sachen Lärm.
Grandi Navi Veloci ?Splendid? Dienstag, 12. August 2008
Es ist 14:56 und wir sitzen bereits in unserer Kabine auf der ?Splendid?, einem ziemlich grossen Schiff der Grande Navi Veloci.
Unser erster Eindruck ist gut. Es sieht alles sehr komfortabel aus. Das Schiff ist nach meiner Einschaetzung groesser, als die ?Carthage? der tunesischen Gesellschaft.
Wir werden noch auf Entdeckung gehen. Jetzt haengen alle erst mal durch, nach dem Stress der vergangenen Wochen. Ich bin noch zu aufgedreht von den tausend Kilometern von Ferschweiler bis Genua.
Das Unimurr- Treffen war, wie die vergangenen Treffen einfach schoen. Durchwegs sympathische Leute und eine exzellente Atmosphäre.
Die gemeinsame Tafel kam allerdings diesmal nicht zu Stande. Ich fuehlte mich diesmal besonders im Gespraechsstress. Sonntag mittag machten wir uns auf den Weg.
Der Abschied gab mir schon das Gefuehl, mich von Freunden zu verabschieden. Eine neue Erfahrung für mich. Petra ist es, angesichts ihrer Traenen, auch schwergefallen.
Die Fahrerei zog sich elend. Wir schafften es an diesem Tag bis zum Titisee im Hochschwarzwald. Wir naechtigten auf dem erst besten Campingplatz, der uns vor die Raeder kam.
Am naechsten Tag schafften wir es erst um 12:00 Uhr, los zu kommen. Angesichts der 650km, die noch bis Genua zu fahren waren, zu spaet. Durch die Schweiz ist es ein muehseliges Fahren. Das Autobahnnetz ist nicht durchgaengig und die vielen Steigungen sind mit einem überladenen Unimog kein Vergnuegen. Mein Navigator gab mir an diesem Tag noch den Rest. Ich liebe sie trotzdem.
Von Milano kommend, muss man die Autobahn bei Pavia verlassen, um zu unserem traditionellen Uebernachtungsplatz bei Casteggio zu kommen. Eine boese Überraschung gab es am geplanten Uebernachtungsplatz bei Casteggio. Dieser war gesperrt wegen Umbau oder sonst was. So fuhren wir weiter und klapperten jeden Parkplatz auf Uebernachtungstauglichkeit ab. Am zweiten Parkplatz entschieden wir uns, zu bleiben. Am Abend war der Laerm erträglich und wir schliefen auch alle schnell ein. Während der Nacht und am fruehen Morgen wurde der Laerm durch ankommende und abfahrende LKW so laut, das an erholsamen Schlaf nicht mehr zu denken war.
Strand Zoura, Libyen Freitag, 15. August 2008
Wir sind inzwischen in Libyen angekommen, aber das ist eine extra Geschichte.
Zurück nach Italien: Für murrsche Verhaeltnisse mitten in der Nacht, 10:00 Uhr morgens brachen wir von unserer Raststätte auf in Richtung Genua. Trotz der unruhigen Nacht machte die Fahrt durch die Genueser Berge richtig Spass. Ich heizte also am Rande das Vertretbaren durch die kurvenreiche Autobahn. Die Anlegestelle von Grande Navi Veloci fanden wir auf Anhieb. Der Autoparkplatz zum Einschiffen war fest in tunesischer Hand und wir die einzigen, europaeischen Touristen. Die Ausreiseformalitaeten liefen mit normaler Wartezeit und das Einschiffen ebenfalls eher problemlos. Unser Schiff machte einen sehr edlen Eindruck. Die Kabinen waren sauber, nur die Betten waren etwas schmal. Bemerkenswert leise fuhr das Schiff. Keine Vibrationen oder Geraeusche vom Antrieb waren zu hoeren. Dafür unsere Kabinen- Nachbarn um so besser.
Das Essen war mittelmässig, aber dafür teuer. In Anbetracht des günstigen Preises für die ganze Überfahrt war die Gegenleistung alles in allem in Ordnung. In Tunis angekommen, zeigte sich die grosse Schwäche des Schiffes. Es gab nur einen Abgang zu dem Autodeck. Entsprechend chaotisch war das Gedränge. Irgendwann kamen auch wir zu unserem Unimog und aus dem Schiffsbauch heraus. Polizei und Zollkontrolle waren wieder mal anders, als noch im Winter. Weil drei Schiffe gleichzeitig ausgeladen wurden, ging es dann doch zügig.
Es folgte die obligatorische Fahrt nach Nabeul zum Camping Jasmin. Die Pizzeria am Eck, die schon im Winter im Bau war, hatte inzwischen eröffnet und wir probierten selbige an diesem Abend aus.
Das Beste in Tunesien war, wie immer, das Celtic- Bier. Am Donnerstag machten wir uns zeitig auf den Weg. Das hiess 10:00Uhr Abfahrt. Wir tankten noch 200Liter Diesel für 0,95 Dinar, den Liter. Darauf folgte der Marathon zur libyschen Grenze. Das hiess 500km tunesische Landstraße in 8 Stunden mit wenig Pause. Kurz vor der libyschen Grenze nächtigten wir in einer Jugendherberge am Strand von El Marsa.
Wiederum in aller Frühe war Aufbruch zur tunesisch-libyschen Grenze. Der näherte ich mich mit etwas Bauchweh, ohne es begründen zu können. Grenzen sind ohnehin für mich immer Stress und Albtraum.
Die tunesische Seite bereitete keine Probleme. Auf der libyschen Seite ging erst mal nichts mehr. Die Polizei bemängelte das fehlende Visum. Von Medusa keine Spur und unsere Handys funktionierten nicht in den libyschen Netzen.
Da wir eine halbe Stunde zu früh da waren, warteten wir erst mal. Die auf unsere Bitten getätigten Anrufe der Polizisten bei Medusa überzeugten mich nicht wirklich. Erst als ein Polizist mit viel Lametta aufkreuzte, kam Bewegung in die Sache. Er war offensichtlich der Chef und er lud uns erst mal in ein Cafe ein. Nach einer weiteren Stunde tauchte dann endlich ein Mann von Medusa auf. Darauf ging alles sehr schnell. Ruckzuck waren die Stempel in den Pässen und wir hatten unsere libyschen Nummernschilder. Beim Zoll gab?s dann etwas Irritation, da alle davon ausgingen, dass wir ein Carnet de Passage haben. Das hatten wir natürlich nicht.
Eine weitere Wartezeit von einer halben Stunde ging ins Land und wir waren in Besitz eines libyschen Carnet gegen Euro 50,-. Nun konnten wir endlich losfahren nach Zuara zu Medusa.
Strand Ras Raid, Libyen Montag, 18. August 2008
Wir sind nun 150km vor der ägyptischen Grenze und haben 1500km Libyen hinter uns.
In Zuara angekommen, merkten wir bald, dass Herr Kalefa von Medusa-Tours außer Landes war. Sein Stellvertreter regelte alle Abläufe, die zum Transit nötig waren. Es gab noch einige Missverständnisse zu klären, da die Vorinformationen nur Herr Kalefa hatte.
Während der Wartezeit, deren Grund uns verborgen blieb, gingen wir im nahe gelegenen, türkischen Restaurant essen.
Unser erster Eindruck von den Libyern war sehr positiv. Die Menschen sind zurückhaltend und haben meist eine angenehme Art bei Kontakten.
Anders der Verkehr. Es wird ausserhalb aller Regeln gefahren, und das mit sehr hoher Geschwindigkeit. Das erfordert hohe Konzentration und ist auf die Dauer sehr anstrengend.
Nachmittags um 16:00 waren alle Unklarheiten ausgeräumt, die Führerfrage geklärt und ein Fahrer mit Auto bestellt. Wir nächtigten wegen der fortgeschrittenen Stunde am Strand von Zuara und fuhren erst am Morgen dort los. Die Nacht war etwas unruhig wegen der Stadtnähe. Wir schliefen leidlich gut.
Am Morgen schafften wir die Abfahrt um 9:30. Bei unserem Führer war noch der Fahrer des Vito und ein anderer Libyer dabei. Alle drei sind Ok und wir verstehen uns gut.
Der Verkehr ab Zuara an Tripolis vorbei war heftig und äußerst anstrengend. Wir schafften trotzdem unser Pensum von 500km und ich war abends entsprechen erledigt. Unser Guide fand vor Bureaut al Husn einen sehr schönen Platz am Strand. Der war, so weit das Auge rechte, menschenleer und mit wenig Müll verschandelt. Am Morgen waren Mama und ich sehr unfitt. Um die Mittagszeit konnte ich mich nur mit Mühe wach halten. Nachmittags ging es dann wieder. Das Fahren im Konvoi ging eigentlich ganz gut. Dass ein Unimog wegen der geringen Motorleistung vom Schwung lebt, konnte ich allerdings nicht vermitteln und so bremste mich der Vito öfters mal aus. Auch empfand ich einige Überholmanöver unnötig riskant, aber das ist in Libyen ganz normal.
Im Vergleich zu Tunesien liegt in Libyen sehr viel Müll in der Landschaft. Während in Tunesien langsam sich ein Umweltbewusstsein etabliert, fehlt so etwas in Libyen noch vollständig. Jeder lässt seinen Müll einfach fallen. Nach Tripolis entspannte sich die Verkehrsdichte, dafür nahmen um Sirte die Kontrollen deutlich zu. Das liegt daran, dass Sirte die Heimatstadt Gadafi?s ist. Alles in allem ist es sehr angenehm, bei den zahlreichen Kontrollen sich zurück zu lehnen und abzuwarten, bis der Guide alles geregelt hat.
Die Straße nach Tobruk ist in einem guten Zustand, kerzengerade und mit wenig Verkehr. Ausnahmsweise auch mal mit Rückenwind. Unser Unimi ist auf dieser Reise wegen der zusätzlichen Kisten auf dem Dach besonders windempfindlich. Bei starkem Gegenwind oder Wind von der Seite muss ich Vollgas fahren und komme nicht über die 80km/h hinaus. Dabei verfeuere ich dann schon 25Liter auf 100km.
Einen versteckten Nachtplatz auf der Straße nach Tobruk zu finden, erwies sich als unmöglich. Die Wüste ist topfeben und mit wenig Gesträuch bewachsen.
Wir entschlossen uns, einfach 500 Meter abseits der Straße zu nächtigen. Das war auch vom Gefahrengefühl in Ordnung. Bei allen Nachtplätzen in Libyen hatte ich den Eindruck, wirklich sicher zu stehen. Die Gefahr, überfallen zu werden, schätze ich als sehr gering ein.
In dieser Nacht schliefen wir alle blendend und waren morgens gut erholt.
Da wir gut in der Zeit waren, ließen wir es morgens gemütlicher angehen und brachen um 10:30 auf, als es unangenehm heiß wurde.
Die Straße war zwar gut zu fahren und Rückenwind hatten wir auch, aber fünf Stunden monoton geradeaus geht auch auf die Konzentration. So war ich froh, als wir in Tobruk ankamen. Wir fuhren an den Stadtrand, um Brot und Gemüse einzukaufen. Tobruk ist eine sehr große Stadt schön gelegen an einer Felsenküste.
Der heutige Nachtplatz musste kurz hinter Tobruk sein, da sich die Küstenstraße nach Tobruk schnell vom Meer entfernt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Meer zu erreichen, fanden wir einen erschlossenen, abgezäunten Strand für die arabischen Familien. Eine Übernachtung soll 5 Dinar kosten. Wir werden morgen sehen, ob das stimmt.
Abends kam noch ein Anruf vom Medusa- Büro. Der Vertreter von wollte nun Euro 95,- mehr, weil wir erst Mittwoch früh ausreisen. Das ist gegen die Vereinbarung, die wir in Zoura geschlossen haben.
Wir sind mit Medusa nicht zufrieden. Zuerst standen wir über zwei Stunden an der Libyschen Grenze und von Medusa keine Spur. Dann wusste der Vertreter von Herrn Kalefa nichts von den Vereinbarungen, die mit Herrn Kalefa getroffen waren.
Der Preis, den wir bezahlten, war höher, als ausgemacht. Und nun noch der Anruf vom Büro Medusa, dass wir einen Tag Führer nachbezahlen sollen.
Das sind keine guten Sitten und wir werden Medusa nicht weiter empfehlen.
Mit unserem Führer, dem Fahrer und dem dritten Begleiter kommen wir dagegen sehr gut aus und wir gehen freundschaftlich miteinander um. Viel Spaß haben wir auch.
DEO, in Dokki, Kairo Donnerstag, 21. August 2008
Wir stehen nun auf dem Parkplatz der Deutschen Oberschule Kairo (DEO). Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch den Süden von Kairo auf der vergeblichen Suche nach dem Campingplatz haben wir einen ersten Eindruck von Kairo bekommen.
Aber erst mal zurück nach Libyen.
Unsere Strandanlage kam vor Allem bei den Kindern sehr gut an. Die verbrachten die meiste Zeit im Meer, das wirklich sehr schön war. Die südliche Mittelmeerküste hat von Tunesien über Libyen und Ägypten traumhafte Strände, in Libyen über weite Strecken völlig unberührt von Menschenhand.
Nach dem unerfreulichen Telefonat mit Medusa-Tours beschlossen wir, noch am 19. August aus Libyen auszureisen und die Nacht eventuell im Niemandsland zu verbringen. Damit ging die Forderung von Medusa-Tours, den Ausreisetag am 20. August nach zu berechnen, ins Leere. Wir machten uns also mittags auf den Weg, die 150km zur Grenze hinter uns zu bringen. Am frühen Nachmittag erreichten wir die Grenze. Die libysche Grenzstation machte einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Halb zerfallene Häuser und Wellblechhütten dominierten das Bild der Grenzstation. Unser Führer Jsar warf sich mit unseren Pässen bewaffnet in das völlig caotische Getümmel aus libyschen Grenzgängern, wild fuchtelnden Polizisten und selbsternannten Ordnungshütern. Ich trabte hinterher, um unsere Pässe nicht ganz aus den Augen zu verlieren. War der polizeiliche Ausreisestempel nach zwei Schaltern erledigt, begann eine Odyssee von Schalter zu Zöllner und wieder zurück, bis die Fahrzeugausreise erledigt war.
Nach einer guten Stunde war Libyen geschafft. Die Ägypter haben in letzter Zeit ihre Grenzstadion direkt im Anschluss an die libysche Grenzstation gebaut. Das in allen Karten verzeichnete Niemandsland existiert nicht mehr. So standen wir unversehens vor dem Einreisegebäude der ägyptischen Grenze. Ein freundlicher Polizist geleitete uns in das Gebäude und händigte und fünf Fiche aus zum Ausfüllen. Unmittelbar darauf nahm ein dickerer Herr vom Zoll uns unter seine Fittiche. Nach der unvermeidlichen Frage nach dem Carnet de Passage erzählte Petra ihm unsere Geschichte und das uns ein Repräsentant der DEO uns morgen abholen will und die Formalitäten erledigen will. Also übernachteten wir an der Zollstation. Das war anfänglich ganz interessant, da wir das Schmuggeln von allerlei Tragbarem beobachten konnten. Aus dem Schlaf wurde dann aber kaum etwas, da ein ständiger Strom von Libyern, die über die ganze Nacht nach Ägypten einreisten, zuviel Lärm machten.
Morgens um 8:00 Uhr weckte uns der Herr von der DEO. Wir hatten vergessen, dass 9:00 Uhr in Ägypten eine Stunde früher ist. Nach dem wir uns hektisch angezogen haben, begann das Prozedere der Fahrzeugzulassung.
Der Unimog wurde unbürokratisch für Kairo auf Petra umgeschrieben, da nur sie als Besitzer eines Arbeits- Visums ein Fahrzeug zollfrei für die Dauer ihrer Beschäftigung einführen darf. Der Herr von der DEO verschwand häufig für längere Zeit in diversen Büros und tauchte immer wieder mit verschiedenen Herrn vom Zoll auf, um eine der zahlreichen Detailfragen um die Zulassung zu klären. Von elementarer Bedeutung war die Motornummer, wie viel Gänge der Unimog hat, ob Klimaanlagen verbaut sind und ob der Autoradio DVD?s abspielen kann. Dass wir GPS, Satelitentelefon, drei Rechner, eine Netzwerk- Infrastruktur und einen Farblaserdrucker dabei haben, war ohne Belang.
So gingen 8 Stunden ins Land zwischen Warten und hektischem Beantworten diverser Detailfragen. Dabei stand der Unimog natürlich in der prallen Sonne. Als dann um 17:00 Uhr das Prozedere endlich vorbei war und die ägyptischen Nummernschilder montiert waren, war die Familie schon etwas entnervt.
Wir suchten einen Nachtplatz. An das Meer zu kommen, verhinderte meist das Bahngleis. Eine palmengesäumte Allee führte zu einer art Touristenzentrum. Wir fuhren einfach mal frech rein und nach einem langen Telefonat des Pförtners kam ein Pickup, der uns auf dem ausgedehnten Gelände zum Patron geleitete.
Der erklärte uns, dass es sich hier um eine Ferienanlage für betuchte Ägypter handelt. Nachdem er uns die Übernachtungspreise erklärt hat, fragten wir noch kleinlaut, ob wir wenigstens im Restaurant essen können. Das war kein Problem. Der Ägypter an der Rezeption war dann auch wirklich nett und die Kid?s durften bis zum Essen in den Pool.
Wir stellten uns nach dem Essen an den etwas abseits gelegenen Strand und hatten eine ruhige Nacht.
Wieder auf der Straße nach Alexandria, spulten wir die 400km bis Kairo ab. Von einigen, bemerkenswerten Fahrmanövern unserer Mitstreiter auf der Dessertroad verlief die Fahrt ereignislos.
Je näher wir an Kairo kamen, desdo dichter wurde der Verkehr. Wir versuchten den im Reiseführer beschriebenen Campingplatz zu finden. Das bescherte uns eine Rundfahrt durch den Süden Kairos bis in die übelsten Slums. Das Rauskommen war nicht einfach gegen tausend Taxis vom Dreirad bis zum Minibus und im Wettstreit um die schmale Spur aus Erde zwischen Bergen von Müll und unglaublich vielen Menschen auf der Straße. Ich brauchte alle in 30 Jahren erworbene, arabische Fahrkunst mit dem Unimog, um kein Fahrzeug zu beschädigen und niemanden anzufahren. War sehr anstrengend.
Dem Getümmel entronnen, suchten wir entnervt die DEO auf, die wir schnell fanden.
Nun stehen wir auf dem Parkplatz der Schule, haben Strom und WLAN, wissen aber nicht, wie lange wir hier stehen können. Mit dem Schulbeginn wird wohl das Ende unseres Standplatzes sein.
Zur Feier unserer Ankunft habe ich mit Petra den Rotwein heute Abend getrunken, der eigentlich für Herrn Kalifa von Medusa- Tours gedacht war.
Nun suchen wir dringend eine Wohnung in Kairo und einen Platz für den Unimog. Mal sehen, wo wir landen.
Inshallah, die Wege des Herrn sind unergründlich.