Unsere Tour zum Plateau nördlich von El Kharga ist zu Ende. Allah war uns gnädig und hat uns unbeschadet wieder aus der Wüste entlassen. El Hamdulillah.
Unsere ursprüngliche Absicht, auf der Asphaltstraße über Assyut nach El Kharga zu fahren und dann auf dem Plateau Abu Tartur zu stöbern, haben wir aus verschiedenen Gründen verworfen. Wir verließen alternativ am Jebel Qatrani die Oasenstraße und fuhren am schönen Qaret Gahannam vorbei die Plateaulandschaft hinunter in Richtung der größten Düne Ghard Abu Muhariq, die sich 500km in Richtung Süd, Südost durch Ägypten zieht. An ihrer Ostseite bewegten wir uns in Richtung El Kharga. Die Ostseite der Düne ist landschaftlich erheblich reizvoller, als die häufiger befahrene Westseite.
Den Spuren nach zu urteilen, die wir gelegentlich fanden, ist da mindestens ein halbes Jahr keiner mehr gefahren.
Das Wetter bot uns das volle Programm, das die Wüste zu bieten hat. Angefangen mit einem heftigen Gewitter und richtigem Regen, bot es uns noch Sandsturm und abends eine empfindliche Kälte. Hauptsächlich war das Wetter aber schön bei einer Tagestemperatur von ca. 20°C und meistens war die Luft klar.
Wie immer war unsere Verpflegung exzellent und reichhaltig. Der Kaffee und der Rotwein sind nicht ausgegangen. Das Reisetempo war den kindlichen Bedürfnissen nach Bewegung angepasst. Trotzdem waren einige Passagen fahrerisch sehr anspruchsvoll.
An technischen Ausfällen hatten wir nur einen aufgeschlitzten Reifen am Galopper zu beklagen. Der wurde von mir fachmännisch repariert.
Die Anfahrt schöpfte leider unseren Zeitrahmen aus, dass wir nicht mehr das Plateau Abu Tartur erkunden konnten. Das müssen wir ein anders Mal nachholen.
Wir legten noch einen Pausentag ein und machten uns auf der Asphaltstraße über Assyut am Rande des Nilplateaus über die Wüstenautobahn auf nach Kairo. Nach anstrengenden 500 Kilometern und nicht enden wollenden Polizeikontrollen liefen wir gegen 21:00 Uhr in Kairo- Maadi ein. Davon fuhren wir drei Stunden bei Dunkelheit, was in Ägypten ein besonderer Leckerbissen ist. Aber auch dieses Abenteuer ging gut aus. Halt, nicht ganz: Ein Fahrer eines neuen Jeep Cherokee konnte mal wieder kurz vor Maadi die Spur nicht halten und entledigte sich an meinen Haltern für die Leiter an meinem Wohnaufbau seines Rückspiegels. Malesch, meinte Petra, die nach zwei Jahren Kairo auch da sehr gelassen reagiert.
Morgen fahre ich den Unimog über Libyen nach Hause, aber das ist wieder eine neue Geschichte.