Tour in die weiße Wüste

 

Vom 5. bis 13. Dezember haben wir an unserer Schule ( Deutsche evangelische Oberschule Kairo ) Ferien. Das nützen wir natürlich, um in die Wüste zu fahren. Ursprünglich haben wir eine Fahrt mit einigen Leuten aus dem Kollegium zu den Siwa- Oasen geplant. Da es eine Menge Leute gewesen währen, hatten wir schon etwas Kummer bei der Planung. Unsere Mitfahrt hat sich kurz vor Abfahrt zerschlagen, so dass wir alleine losgefahren sind. Wir waren auch nicht unglücklich darüber, da in der grossen Truppe vermutlich kein Erholungswert für uns möglich gewesen wäre. Es scheint mir ein generelles Problem an Unternehmungen im Rahmen des Kollegiums zu sein, dass sehr schnell sich zu grosse Gruppen bilden, wenn Wüstentouren geplant werden.

 

So fuhren wir also am Samstag alleine los und waren froh darüber, für uns zu sein und vollkommen nach unserer Lust und Laune zu fahren. Mit einem Schlenker auf die Nil- Insel Zamalek zum Bäcker, der dunkles Brot und Vollkornsemmeln hat, ging es Richtung Oasenstrasse. Der Unimog war voll mit Diesel, Wasser und jeder Menge kulinarischen Köstlichkeiten. Wir hatten fest vor, es uns gut gehen zu lassen, wenig zu fahren, spät aufstehen, opulent zu frühstücken und gepflegt dinieren. Ich habe immer mehr Spass daran, kleinere Regionen mit schöner Wüstenlandschaft mit viel Zeit und Muse zu erkunden. Unser Unimog, ein hoch geländegängiges Wohnmobil, mit dem wir wochenlang autark sein können, bietet für solche Touren eine ideale Basis.

 

Kairo entliess uns ohne Stau. Bei guter Stimmung in der Familie schnurrte unser Unimog mit 70 km/h Richtung Baharia. Nach der 6. Oktober- City, einer am Reisbrett geplanten Stadt mitten in der Wüste, dreissig Kilometer ausserhalb Kairos, entdeckten wir eine Moschee im bayrischen Zwiebelturm- Design. Im Gegensatz zur katholischen Kirche in München- Grasbrunn, deren Turm aussieht, wir ein Minarett mit Kreuz.

 

Nach Hundert Kilometer vor Baharia hatten wir keine Lust mehr zu fahren. Eine grosse, langgezogene Düne in einiger Entfernung zur Strasse lockte uns zur Nachtplatzsuche. Bei einer günstigen Stelle überquerten wir den parallel laufenden Bahndamm und strebten der Düne auf ziemlich weichem Untergrund zu. Beim Versuch, die Düne zu überqueren, scheiterte der Unimog mit vollem Strassenluftdruck in den Reifen. Nach dem ich ein Bar Luft aus jedem Reifen gelassen hatte, marschierte der Unimog dann ohne Problem über den Düneneinschnitt. Leider war das Wetter nicht optimal mit bewölktem Himmel. Das Fahren auf Sand war mit diesem diffusen Licht gefährlich, da keinerlei Kontur im Sand zu sehen war. Nach ein paar Kilometern entlang der Düne in Richtung Osten fanden wir einen uns genehmen Nachtplatz. Es war erst vier Uhr Nachmittag, dass noch eine Tasse Kaffee für die Eltern drin war, während Anni und Leo die Düne mit unermüdlichem Dünen- Jumping ruinierten. Abends gab es Petras leckere Spagetti Bolognese mit einem Glas Rotwein. Bis wir dann um neun Uhr ins Bett fielen, war die Flasche Rotwein leider leer.

 

Weil wir unseren Unimog ausgesprochen gemütlich finden, fühlten sich alle sehr wohl an diesem Abend. Die Nacht brachte uns allen einen erholsamen Schlaf. Das hatte ich lange nicht mehr gehabt und entsprechend gut gelaunt stand die Familie um acht Uhr am Morgen auf. Bis das Frühstück verzehrt, der Abwasch gemacht und alles gepackt ist, vergeht bei uns immer irgendwie die Zeit, so dass wir auch an diesem Morgen nicht vor elf Uhr zum Fahren kamen. Es fehlte mir auch an diesem Tag die Lust zum schnellen Fahren, so dass wir weiter mit siebzig Kilometer in der Stunde dahin zuckelten. Auf der Oasenstraße ist sehr wenig Verkehr, dass langsames Fahren keinen wirklich stört. Um die Mittagszeit liefen wir in Baharia ein. Beim Polizeiposten im Ort gab es eine Diskussion unter den Polizisten, wie mit uns zu verfahren sei. Die ging nach 15 Minuten so aus, dass wir einen Zettel bekamen, den wir an der vierzig Kilometer entfernten Polizeistation Richtung Farafra vorzeigen mussten. Der tiefere Sinn dieser Aktion blieb mir allerdings verborgen.

 

Aber ich hatte mir ja vorgenommen, die Mysterien des Orients mit Gleichmut zu ertragen. Weitere fünfzehn Kilometer war in der Karte ein Point of Interest eingezeichnet. Da war aber nur ein Camp mit einer großen Maschine. Eine Piste, die von dort abgehen sollte, war von der Asphaltstraße aus nicht zu finden. Wir bogen zwei Kilometer weiter nach Osten ab und bewegten uns nun parallel zu eingezeichneten Piste in einer bizarren Landschaft mit kleinen Bergen aus grauem Gestein mit viel Sand dazwischen. Streckenweise trafen wir immer wieder auf stark befahrene Spurenbündel.

 

Vermutlich die Touristenstrecke aus der weissen Wüste. Die vermied ich grossräumig, da der Sand dort durchgewühlt ist und das Fahren sehr mühsam war. Das suchen der eigenen, unberührten Strecke machte grossen Spaß und war mitunter schwierig. Die steinigen Passagen bestanden aus scharfkantigen Steinen. Die schlitzen schnell mal einen Reifen an der Flanke auf, wenn man unachtsam fährt. Um 15:00 Uhr suchten wir uns einen Nachtplatz. Den fanden wir in einem Kessel in einem der kleinen Bergmassive. Gut versteckt stand der Unimog dort für die zweite Nacht. Nach Kaffee und Spaziergang auf den nächst höchsten Gipfel begann Petra mit der Zubereitung der Menüfolge dieses Abends. Buchstabensuppe, Basmati- Reis mit Rindfleisch und Chinakohl mit einem guten Sakkara- Bier. Anni schaffte mit den Buchstaben der Suppe ?Hollywood? zu schreiben. Für das W musste ein verkehrtes M herhalten.

 

Der dritte Reisetag begann mit spätem Aufstehen. Heute gab es zum Frühstück zusätzlich wachsweiche Eier. Das führte beides dazu, dass wir erst um 12:00Uhr los kamen.

 

Nach dem wir noch eine Stunde durch die Steine gekurvt sind, trafen wir auf die Piste von Norden nach Süden. Die Piste hatte nicht den Spassfaktor, wir kamen aber etwas flotter in den Süden. Dann kam der Plateauabbruch zu den bemerkenswerten Steinen der weissen Wüste. Hier kann man schön auf weichem Sand zwischen den Steinen herum kurven. Da die weisse Wüste ein touristisches Highlight ist, war es unvermeidlich, dass wir andere Touristen trafen. Diesmal eine Gruppe Amerikaner mit sechs Fahrzeugen, vielen Hunden und noch mehr Kindern. Die waren ganz in Ordnung und nach etwas Smalltalk und der gebührenden Bewunderung des Unimog's zogen sie weiter. Die Wüste gehörte wieder uns. Es ging weiter nach Süden. Nach einigen Kilometern fuhren wir am Rande eines Erg?s (arabisch: Dünengebiet) auf weichem Sand komfortabel weiter. Auf solchem Untergrund könnte der Unimog ein Paar Kilowatt mehr haben, denn ich kam mal wieder nicht aus dem dritten Gang raus, obwohl man locker mit 60 ? 70 km/h über die Sandfelder hätte schweben können. Der reine Spieltrieb ließ mich dann in den Erg fahren. Da war schnell Ende mit dem Fahren bei Pistenluftdruck in den Reifen. Es folgte eine weitere Demonstration des Wunders nach dem Absenken des Luftdrucks auf 0,8 Bar. Der Unimog fuhr nun die Dünen rauf und runter, als wenn es keinen weichen Sand und steile Dünenauffahrten gäbe.

 

Unserem Ziel, den Bir Murr (arabisch: bitterer Brunnen) schon ziemlich nahe, entschlossen wir uns trotzdem umzukehren, da die Landschaft sehr eintönig wurde. Der Familienbrunnen muss also noch etwas warten. Wir fuhren im Erg wieder Richtung Norden, bis wir gegen 15:30 Uhr keine Lust mehr zum Fahren hatten und in einer Dünengasse einfach stehen blieben. Gut versteckt durch die Reihendünen links und rechts. Die Kinder ruinierten wieder die Düne rechter Hand, während Petra und ich den Nachmittagskaffee genossen.

 

Heute gibt es Chili Concarne und Erbsensuppe mit Wiener für Leo und Anni. Der gute, ägyptische Rotwein Obelisk wird das Mal abrunden.

 

Das Abendessen ist vorbei, die Familie ist gesättigt und müde. Petra wäscht nun das Geschirr ab und die Diskussion, wer abtrocknet, ist voll entbrannt. Der Rotwein ist auch schon wieder verdunstet. Obwohl es erst 20:20 Uhr ist, sind wir alle bettreif. Der Sternenhimmel gibt auch nicht viel her, da es bewölkt ist und heller Halbmond.

 

So werden wir bald in die Betten schlüpfen und schauen, was der morgige Tag bringt.

 

Heute Morgen weckte uns das Brummen mehrerer Autos, die am östlichen Rand des Ergs entlang fuhren. Weil ich meine Nachtplätze mit Bedacht suche, sahen die Fahrer der Autos uns natürlich nicht. So begann der Tag mit dem üblichen Aufsteh- und Frühstücksprozedere. Um 11:30 waren wir dann glücklich abfahrtbereit. Zuvor habe ich die höchste Düne in der Nähe erklommen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ich habe darauf hin beschlossen, dass wir den Erg nach Westen queren. Wir standen in der Dünengasse auf der östlichen Seite.

 

Unser Reifendruck war schon auf Dünendruck, vorne 0,5 Bar und hinten 0,8 Bar. Damit marschiert der Unimog problemlos durch die Dünen und es ist kein wesentlicher Unterschied zwischen weichem und harten Sand zu merken. Bei Dünenanstiegen auf der verdichteten Seite der Düne ist die Grenze des Unimog's seine Steigfähigkeit von etwa 40° Steigung. Ich muss mir also nur Sorgen wegen einer Schräglage machen. Das kann bei unserer Höhe schnell schief gehen und der Unimog kann umkippen. Obwohl mittags das Fahren in den Dünen problematisch ist, da man wegen der hoch stehenden Sonne die Bodenkontur sehr schlecht sehen kann, hatten wir den Erg nach einer halben Stunde durchquert. Es ging nun in flotter Fahrt auf hartem Sand an der östlichen Seite des Ergs nach Norden. Nach einigen Kilometern bogen wir nach Westen ab in Richtung weisser Wüste westlich der Asphaltstraße. Wir fanden auch bald ein Bündel Spuren, die zu einem sehr schönen Brunnen mit gemauerter Einfassung und Wasserbecken führten. Leider tummelten sich dort eine große Gruppe Touristen, dass wir lieber weiter fuhren. Der Weg führte uns nun durch eine sehr schöne Landschaft durch tief eingeschnittene Wadi?s und kleine Plateauberge. Auf dem Plateau war der Untergrund sehr steinig mit scharfkantigen Steinplatten. Da hat mein rechter Hinterreifen eine Stolle gelassen. Wir erreichten an der Stelle die Asphaltstraße, wo diese den Plateauabbruch herunter führt und die ersten weißen Kalkfelsen zu sehen sind. Nach zehn Kilometern in Richtung Farafra kamen wir an die Stelle, wo die Kalkfelsen östlich der Asphaltstraße adraktiv werden. Wir bogen bei der ersten Gelegenheit ab und kurvten nun durch die Felstäler. Das Terrain war stellenweise schwierig zu befahren und auch hier sehr steinig mit scharfkantigen Felsen. Gefährlich für die Reifen, da ich mit wenig Luftdruck fahren musste. Die sandigen Passagen waren von früheren Touristenfahrzeugen extrem durchgewühlt. Nach einer Stunde Fahrt durch beeindruckende Kulisse aus Kalkfelsen und tiefen Tälern entdeckte ich eine lange Düne am Plateauabbruch. Auf dieser Düne konnten wir bis fast nach oben auf das Plateau fahren und fanden weit oben einen wunderbaren, uneinsichtigen Nachtplatz.

 

Hier oben entdeckten wir zahlreiche Fenekspuren. Zu sehen bekommen wir das scheue Tier wahrscheinlich nicht.

 

Heute gab es Schinkennudeln mit geriebenen Emmentaler und Eissalat. Herunter gespült wurde das Essen mit Cola von den Kindern und mit Zakkara- Bier von den Eltern.

 

Leider bewölkt sich der Himmel gerade. Mal sehen, ob wir morgen schönes Wetter haben.

 

Diese Nacht war etwas unruhiger, als die vergangen Nächte. Auf dem Plateau wehte der Wind etwas heftiger und rüttelte ein Wenig am Stoff des Schlafdaches. Wir haben trotzdem alle fest geschlafen. Zum Frühstück schlachteten wir unsere letzte Dose Pfefferkrakauer, sehr zur Trauer von Rosi und mir. Ansonsten gab es noch Eier zum Frühstück. Fertig gepackt sausten wir um 11:30 unsere lange Dünenabfahrt wieder runter. Wir stöberten noch eine Stunde in den weissen Felsen, dann waren wir irgendwie gesättigt von den weissen Steinen. Wir wechselten als Plateau-Abbruchs. Wir suchten die Quelle Ain el Maqfi. Die war natürlich nicht da, wo sie in der Karte eingezeichnet ist. Es war aber keinerlei Problem, sie zu finden. Zu jeder Stelle von Interesse führt in dieser Region eine dicke Piste hin. Trotzdem ist diese Gegend eine schöne Wüste. Die Spuren des Massentourismus sind überall in Form von dicken Spurenbündeln überall zu sehen, es verläuft sich aber gottlob und so begegneten uns sehr wenig Leute. Ein neues Ärgernis machte uns in der Region etwas zu schaffen. Die modernen Geländewagen mit Kilowatt ohne Ende wühlen den Sand tief durch. Es kommt keiner auf die Idee, den Luftdruck etwas zu reduzieren. So ist ein Dünenanstieg extrem weich, wenn eine größere Anzahl dieser Boliden ihre tiefen Furchen gezogen haben. Das macht das Fahren sehr mühsam.

 

In dieser Region um die weisse Wüste wechselt die Landschaft von sehr weichem Sand zu steinigen Passagen mit extrem gefährlichen, scharfkantigen Steinen, die eine Gefahr für die Reifen sind. Gestern wünschte ich mir das erste Mal eine Reifendruck- Regelanlage. Ich habe, glaube ich, zehn mal den Luftdruck reduziert und wieder aufgepumpt. Weil mir am Unimog die Kilowatt fehlen, muss ich verstärkt mit dem Luftdruck arbeiten.

 

Von der Quelle Ain el Maqfi versuchten wir, nach Norden zu dem Plateauabbruch zu gelangen. Dabei scheiterten wir kläglich. Der Untergrund ist extrem steinig und keine Piste wollte nach Norden gehen. So versuchten wir nach Osten zu den weissen Felsen zu gelangen. Wir fanden auch ein Spurenbündel, dass nach Osten führte. Die Spuren endeten im Nirvana und so hoppelten wir ein paar Kilometer durch ein grausiges, steiniges Gelände. Das zehrte an unseren Nerven, aber der Unimog steckte diese Tortur klaglos weg.

 

Eine halbe Stunde vor dem Dunkelwerden kamen wir an den weißen Felsen an. Es musste nun schnell ein Nachtplatz her, obwohl wir hier eigentlich nicht nächtigen wollten. Ich schlug mich in eine der Schluchten des Plateauabbruchs und wir fanden eine Nische zwischen den Felsen. Kein optimaler Nachtplatz, aber ein Besserer war an diesem Abend nicht mehr zu finden.

 

Heute gab es Goulasch mit Nudeln und zum Dessert eine Dose Fruchtcocktail. Rosi und ich verputzten eine Dose schwarze Oliven ohne Stein.

 

Diese Nacht war etwas unruhig, da der Wind in der Nacht auffrischte und unser Schlafdachstoff etwas flatterte. Dafür habe ich schon Abhilfe, ich konnte mich aber nicht aufraffen, aufzustehen und nach draussen zu gehen. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen. In der Früh war es so frisch, dass ich nicht genau wusste, ob es mir in meinem Bett noch warm ist oder ob es schon kalt wird. Für unsere Sommerdecken also grenzwertig. Das war die Gelegenheit, die Standheizung nach einem Jahr mal wieder auszuprobieren. Nach drei Versuchen tat sie ihren Job auch tadellos und heizte so, dass wir sie bald wieder ausschalteten, weil es zu heiss wurde im Unimog. Zum Frühstück verputzten wir eine unserer kostbaren Leberwurstdosen aus Deutschland. Aus unerfindlichem Grund waren wir schon um 10:00 Uhr abfahrtbereit. Ich machte noch ein paar Fotos und dann ging es auf die Piste in nördliche Richtung zur Asphaltstraße. Diese erreichten wir gegen Mittag. Auf der Strasse fuhren wir gemütlich nach Baharia, passierten ohne Probleme die Polizeikontrollen und erreichten etwa um 16:00 Uhr die Abfahrt zu unserer Düne der ersten Übernachtung. Dank GPS fanden wir diesen Nachtplatz auf anhieb. Unsere Alten Spuren waren noch gut zu sehen. So traf ich auch perfekt in die Kuhle für das linke Hinterrad, die ich am ersten Tag gebuddelt habe, damit der Unimog gerade steht. Auf dem Bahngleis hinter der Düne sahen wir zum ersten Mal auf dieser Strecke einen Eisenerzzug, der sich mit tiefen Gebrumme ankündigte. Wir erklommen sofort die Düne und sahen zwei Diesellokomotiven, 50 Waggons und ein Bremserwagen hinten dran.

 

Dieses Mal standen wir leider nicht unentdeckt. Ein Pulk Toyotas und ein Quad zogen am Abend vorbei. Ich überlegte kurz, ob ich den Standort verändere. Wir entschlossen uns, zu bleiben, wenn ich es auch gar nicht mag, wenn mein Nachtplatz entdeckt ist.

 

Der Tag verabschiedete sich mit einem sehenswerten Abendrot und die Nacht begrüsste uns mit einem Vollmond. Heute gibt es Basmatireis mit Currysoße und Tunfisch.

 

Morgen werden wir früh aufstehen, damit wir gegen Mittag hoffentlich staufrei durch Kairo kommen.

 

Der Morgen brachte einen unfiten Vater. Selbst nach drei Tassen Kaffee wollte der Alte nicht so richtig in die Socken kommen. Das machte sich zuerst bei der Überquerung der Schlafdüne mit einer Fehleinschätzung des Dünenkamms bemerkbar. Der Unimog machte oben am Dünenkamm einen mächtigen Satz mit allen vier Rädern in der Luft, weil das kleine Steilstück am Dünenkamm heftiger war, als von mir eingeschätzt. Der Unimog und seine Passagiere haben es weggesteckt und so endete dieser Geländeausflug ruhmlos.

 

In der Bilanz war diese Reise eine gelungene, sehr angenehme Fahrt in wirklich schöner Landschaft ohne grössere, unangenehme Passagen. Das Fahren mit wenig Kilometern und im Murr- Rhythmus empfanden wir alle sehr erholsam. Da wir gerne querfeldein stöbern, entdeckten wir in der Region um die weisse Wüste noch andere, eben so schöne Landschaften. Die Familienstimmung war fast durchgängig gut und die Verpflegung sowieso. Verbesserungswürdig ist immer noch das Kartenmaterial. Bisher haben wir nichts Vergleichbaren zu den französischen IGN- Karten 1 : 200000, die es für die westliche Sahara gibt. Die russischen Karten können im Vergleich von der Genauigkeit und der topografischen Darstellung nicht mithalten. Das Klima ist jetzt leider schon etwas zu kalt, so dass man am Abend nicht mehr angenehm draussen sitzen kann. Es kühlt in der Nacht doch bis um die 5°C ab. Tagsüber ist es dagegen mit um die 20°C sehr gut.

 

Alles wieder mal gutgegangen, Hamdulillah