Eigentlich wollten wir unsere Weihnachtsferien von drei Wochen nützen, um eine ausgedehnte Tour in die westliche Wüste zu machen. Das scheiterte an Mitfahrern, die den ganzen Zeitraum bereit gewesen währen, auch in die Wüste zu fahren.
Also beugten wir uns den Zeitplänen der Konvoipartner, die bereit waren, mit uns zu fahren.
Heraus kam zwischen Weihnachten und Neujahr etwas weiße Wüste und eine Runde um das Plateau El Guss Abu Said bei Farafra. Am 3. Januar wechselten wir den Konvoipartner und sind im Prinzip die gleiche Runde noch mal gefahren, aber mit anderen Akzenten.
Beide Touren hatten ihren Reiz, neue Ansichten der ägyptischen Wüste und einige interessante Bekanntschaften.
Also sind wir mit den beiden Ausflügen zufrieden, wenn wir auch nicht unsere Wünsche und Vorstellungen von einer richtigen Tour durch die westliche Wüste verwirklichen konnten.
Als Hindernis kristallisiert sich langsam heraus, dass meine Vorstellung von Wüstentour mehr Zeit erfordern, als die bisherigen Reisepartner zu investieren bereit waren, oder deutlich über das Maß hinaus gehen, was die Wüstenfahrer bereit sind, zu wagen. Aber noch sind wir nicht mit allen Saharien in Kontakt oder miteinander gefahren. Die Zeit wird zeigen, was möglich ist. Inshallah.
Weil unmittelbar nach der Tour der Wohnungssuch- und Umzugsstress begann, gibt es dieses Mal keine detaillierte Routenbeschreibung. Die Bilder werden für sich sprechen.
Die erste Runde sind wir mit Florian, einem Lehrer der DEO und seinem zweijährigem Sohn Konstantin gefahren. Die Mama konnte leider mitkommen. Konstantin hatte trotzdem seinen Spaß, da meine Kinder für die nötige Abwechslung sorgten. Florian ist ein erfahrener Saharien, mit dem das Fahren reibungslos und angenehm funktionierte.
Es war ein Fahren ohne Meinungsverschiedenheiten. Das ist so, wenn der Vorausfahrende meistens genau den Weg wählt, den man selbst fahren würde.
Florians Discovery ist minimalistisch ausgerüstet mit allem Nötigen, was man braucht, aber ohne unnötigen Ballast. Dadurch ist er leicht und machte deshalb auch eine sehr gute Figur im Gelände.
Wir haben uns in Baharia verabredet. Von dort sind wir erst mal eine für mich neue Variante in die östliche, weiße Wüste gefahren. Es folgte der Weg durch die lange Dünenkette südlich der östlichen, weißen Wüste bis zur Asphaltstraße von Farafra zum Bir Murr. Auf dieser sind wir über Farafra nach Süden auf der Oasenstraße gefahren, bis sich ein Einstieg nach Ain Khaleifa zur Umrundung des Plateaus El Guss Abu Said fand.
Die Route machte einen stark befahren Eindruck und entwickelte sich zur üblen Staubpiste. Ab der südwestlichen Ecke des Plateaus befuhren wir mittelweichen Sand der Ausläufer des großen, westlichen Sandmeeres. Dort ging es in flotter Fahrt zwischen den Dünenketten mit einigen Überquerungen der selben schnell zur Westseite des Plateaus. Vorbei am Ain Della nächtigten wir an einem der Highlights der Kalksteinformationen der weißen Wüste. Von dort ging es zügig zur Asphaltstraße nach Baharia und die erste Runde war zu Ende. Florian hatte sich mit anderen Leuten verabredet, um die 500km lange Düne Ghard Abu Muhariq zu erkunden. Da die Truppe schon aus vier Fahrzeugen bestand, wollten wir uns nicht mehr anschließen, obwohl mich diese Strecke auch sehr interessiert.
Wir trafen uns also mit Anja am 3. Januar 2009, wie vereinbart, zu einer gemächlichen Runde um Farafra. Anja fährt einen Toyota Fourrunner mit viel PS und wenig Bodenfreiheit. Mit wenig Gepäck klappte es dann doch leidlich.
Weil wir Anja auch die weiße Wüste zeigen wollten, führte die Route erst mal an den Highlights der weißen Wüste entlang. Die Umrundung des Plateaus El Guss Abu Said fuhren wir ebenfalls noch mal durch. Den südlichen Teil aber auf anderer Route durch schöne Täler und anstrengende Plateauebenen. Diesmal überquerten wir das Plateau El Guss Abu Said mit einer spektakulären Abfahrt vom Plateau nach Farafra.
Nach einer Übernachtung mit exzellentem Abendessen bei Hesham, einem deutschstämmigen Reiseunternehmer, mit dem wir uns angefreundet haben, ging es zurück nach Kairo.
Die Tour mit Anja war unkompliziert und vom menschlichen Umgang her sehr angenehm. Besonders verdient machte sich Anja mit der Salami, die sie aus Deutschland mitgebracht hatte. Das Bergen des festgefahrenen Toyotas war zum Teil anstrengend, was an seiner geringen Bodenfreiheit lag. Ich meine, dass Anja das Fahren im Sand und Gelände gut meisterte. Die Tour war vielleicht für sie streckenweise etwas heftig, aber sie hat jedenfalls die Erfahrung gemacht, wie eine Route querfeldein mit den Murr?s so abläuft.
Spät aufstehen, gut Frühstücken, anspruchsvolle Strecken fahren, früh einen Nachtplatz suchen, gut Abendessen und früh Schlafen gehen. ;-))