Auch dieses Jahr sind wir in den kleinen Bairam- Ferien in den Sinai gefahren. Für die ägyptische Wüste ist es noch zu heiß. Im zentralen Sinai bewegt man sich zwischen 600 und 1400 Höhenmetern. Da ist es im September gut auszuhalten. Vor Allem nachts kühlt es deutlich ab und sorgt für erholsame Nächte. Zum Abschluss gab es drei Tage rotes Meer zum Baden für die Kinder.
Wir waren mit einem Lehrerehepaar mit zwei Kindern unterwegs. Vier Erwachsene und fünf Kinder zwischen fünf und sechzehn Jahren.
Ziel dieser Fahrt war das Erkunden von Tälern und unbekannten Pisten. Als sehr steinige Region lässt der Sinai nur wenig Spielraum für Fahrten quer Feld ein.
Wie immer stand auch dieses mal der Erholungswert, der Fahrspaß und das leibliche Wohl im Vordergrund.
Abgesehen von etwas zu viel "Wellblech" auf manchen Pisten waren wir auf abgelegenen Pfaden in der schönen Region östlich des Katharinenklosters unterwegs.
Da das Kartenmaterial leider schlecht ist, die russischen Detailkarten sind alt, waren einige Strecken Sackgassen. Das gehört aber zur Natur des Erkundens neuer Wege.
Dafür wurde es gelegentlich sehr anspruchsvoll zum Fahren und forderte vom Fahrer Konzentration, Beherrschung des Wagens und Intuition für den rechten Weg. Für den Unimog wurde es ein paar Mal richtig eng auf den Pfaden.
Wir wurden entlohnt durch viele, grandiose Ausblicke. Von der beeindruckenden Weite großer Täler bis zum "grand canyon- feeling", das man öfters im Sinai hat.
Zum Baden am roten Meer wollten wir ebenfalls Neues erkunden. Unser erstes Camp hieß "Petra". Während das Camp sehr schön gebaut war, machte der Strand dem Namen alle Ehre. Sehr steinig und nichts für Kinder zum Plantschen und Baden. Nach der ersten Nacht zogen wir um. Etwa 300m südlich erstreckte sich ein Stück bester Sandstrand und drum herum das Camp "Softbeach". Nicht ganz so schön wir "Petra", aber wir waren zufrieden. An der Verpflegung und dem Service war nichts auszusetzen.
Die gefährlichen Zeitgenossen unter Wasser, wie Feuerfische, fehlten hier auch. Das erhöhte den Erholungseffekt der Eltern beträchtlich.
So lungerten wir am Strand oder im Internet herum, badeten und dezimierten den Bestand des Softdrinks ?La Moun? beträchtlich. Zu bemerken ist noch, dass wir Wein und Bier kaufen konnten. In Ägypten keine Selbstverständlichkeit und zum Abendessen eine kulinarische Abrundung.
Leider rief die Pflicht so deutlich aus Kairo, dass wir am Samstag wieder fahren mussten. Zwei bis drei Tage hätten es noch gerne sein können.
Für die 500km Heimfahrt von Nuweiba bis Kairo waren wir sieben Stunden unterwegs. Wie bei der Hinfahrt querten wir den Suezkanal durch den Ahmad Hamdi Tunnel nördlich von Suez.
Auf den letzten 100km vor Kairo ging wieder der Bär ab. Ein chaotisches Durcheinander von Schwer-LKW, Minibussen und heimfahrenden, ägyptischen Urlaubern. Das bekommt bei Geschwindigkeiten zwischen 60 und 120km/h bei einsetzender Dunkelheit eine besondere Würze. Wir haben es ohne "Feindkontakt" gemeistert und ein bisschen Spaß ist zugegebenermaßen auch dabei.
Kleine Hindernisse, wie ausgebrannte Busse, liegen gebliebene, unbeleuchtete LKW und ein Leopard- Panzer, der vom Tieflader gefallen ist, gehören zu den alltäglichen Herausforderungen auf dieser Strecke.
Um 19:00 Uhr erreichten wir müde unsere Kreuzung 83. Ecke 20. Straße in Maadi und bekamen sogar einen Parkplatz vor der Tür. Das ist nicht immer so am Abend.
Fazit: eine sehr schöne, erholsame Runde ohne Probleme oder Schwierigkeiten. Hamdulillah